Heftig umstritten: Wissensvermittlung durch fiktionale Literatur

Es waren zwei anstrengende, aber auch spannende Workshop-Tage über »Die Ordnung der Literatur – Diskussionen zum Verhältnis von Wissen und Literatur« Ende vergangener Woche an der Freien Universität Berlin. Für mich besonders anregende Überlegungen lieferte Tilmann Köppe mit seinem »Ein neues Konzept des Erwerbs von Wissen anhand von Literatur?« überschriebenen Vortrag.

Kann man anhand fiktionaler Literatur tatsächlich Wissen erwerben? Diese Frage beschäftigt die Literaturwissenschaften seit langem. Das Problem ist, dass Autoren in fiktionalen Texten schreiben dürfen, was sie wollen. Ob es wahr ist, können die Leser nicht wissen. Es kann wahr sein, aber der Leser weiß es nicht. Für Tilmann Köppe ist das allerdings unerheblich.

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Nach der Langen Buchnacht ist meine Wunschliste wieder um drei Titel gewachsen

Gerne hätte ich mir auch die Lesung aus Leander Sukovs »Warten auf Ahab oder Stadt Liebe Tod«, von Gedichten des Lyrikers Tom Schulz, aus Aygen-Sibel Çeliks Roman »Seidenweg«, von Gedichten Catherine Tahmins oder aus Gabriele Riedles Roman »Überflüssige Menschen« angehört, aber da ich mich zum Glück noch nicht zerteilen kann, musste ich mich entscheiden.

Auch die 14. Lange Buchnacht in der Oranienstraße in Berlin-Kreuzberg lud wieder zu weit über 150 Veranstaltungen ein. Und da die thematische Palette sehr breit gestreut war, fiel die Auswahl entsprechend schwer.

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Sarkowicz’ und Mentzers Lexikon »Schriftsteller im Nationalsozialismus« in einer Neuauflage erschienen

Eine Rezension über eine Rezension schreiben? Eigentlich halte ich davon überhaupt nichts. Aber jede Regel, sei sie auch noch so gut begründet, kann und muss der Mensch mal brechen. »Lexikon und Gedächtnis. Am 10. Mai 1933 brannten Bücher« ist eine der Rezensionen, die ich nicht unkommentiert lassen möchte.

In 22 deutschen Hochschulstädten verbrannten die Nazis am Abend des 10. Mai 1933 die Bücher von über 300 Schriftstellern, darunter die Werke von Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Heinrich und Klaus Mann, Erich Maria Remarque, Heinrich Heine, Frank Wedekind, Carl Zuckmayer, Bertolt Brecht, Irmgard Keun, Egon Erwin Kisch, Joachim Ringelnatz und Lion Feuchtwanger. Weitere Bücherverbrennungen folgten in den kommenden Wochen noch in mehr als 60 Städten.

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Schreibwettbewerbe und die fragwürdige Hilfe mancher Autoren-Freunde

Es ist manchmal schon erschütternd, wie in Schreibwettbewerben junge Autorinnen und Autoren von vermeintlichen Freunden zu Erfolgen gepuscht werden sollen, indem Mitbewerber als unehrlich und Betrüger diffamiert werden. Selbst vor der Forderung nach deren Ausschluss wird mitunter nicht zurückgeschreckt

Nein, ich will hier keine Namen nennen, denn die meisten Autorinnen und Autoren, die sich derartiger fragwürdiger Unterstützung erfreuen dürfen, werden von ihr selber überrascht. Trotzdem bleibt allzu häufig etwas hängen – und zwar bei beiden. Vielleicht steckt ja doch die Autorin oder der Autor hinter den Diffamierungsversuchen, und vielleicht enthalten die Vorwürfe doch einen wahren Kern.

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Als Antifaschist soll der Literatur-Nobelpreisträger Pablo Neruda kein Vorbild sein

Dass eine Schule nach einem Schriftsteller benannt ist, der durch sein antifaschistisches Engagement aufgefallen ist und sich dann auch noch gegen das von der Bundesregierung hofierte Pinochet-Regimes in Chile engagiert hat, ist natürlich ein Unding – meinen jedenfalls Lehrer und Eltern in Chemnitz. Auch wenn Pablo Neruda 1971 den Literatur-Nobelpreis verliehen bekommen hat, ein Vorbild für die Schülerinnen und Schüler der Pablo-Neruda-Grundschule in Chemnitz darf er nach Meinung der Schulkonferenz trotzdem nicht sein. Statt in die Pablo-Neruda-Grundschule sollen sie zukünftig in die Grundschule Kaßberg gehen.

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