Die Rechtschreibreform ist an allem schuld

Wenn es die Rechtschreibreform von 1996 mit ihren zahlreichen Änderungen 2004 und 2006 nicht gegeben hätte, man müsste sie glatt erfinden, so praktisch scheint sie für manche Autorinnen und Autoren zu sein.

Muss es »sie« oder »Sie« heißen, »das« oder »dass«, »Paket« oder »Packet«, »viele« oder »fiele«, »günstig« oder »günstich«, »Interesse« oder »Interresse«, »seid« oder »seit«? Vor der Rechtschreibreform sei das alles viel einfacher gewesen, aber mit ihr hätten sie den Durchblick verloren. Alles sei viel komplizierter geworden, »niemand« wisse mehr, was wie geschrieben werden müsse.

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Initiative fordert mehr Anerkennung für Kinder- und Jugendbücher deutschsprachiger Autorinnen und Autoren

Schaut man sich die Liste der in den letzten Jahren mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichneten Bücher an, könnte man auf die Idee kommen, dass gute Kinder- und Jugendbücher nur noch im Ausland geschrieben werden. Im Nominierungsjahr 2013 schaffte es nicht ein einziges deutschsprachiges Kinderbuch in die Nominierungslisten für den einzigen deutschen Staatspreis für Literatur. Und in den Vorjahren sah es häufig kaum besser aus.

Unter den Kinder- und Jugendbuchautoren gärt es deshalb bereits seit langem. Geschehen ist allerdings nichts. Auch der Rückzug der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (avj) aus dem Arbeitskreis für Jugendliteratur führte beim Bundesfamilienministerium zu keinem Aufmerken. Jetzt allerdings könnte sich das ändern: Mehr als 300 Kinder- und Jugendbuchautorinnen und -autoren haben den Aufruf einer »Initiative deutschsprachiger Kinder- und JugendbuchautorInnen und IllustratorInnen« unterschrieben, in dem sie eine Korrektur der Vergaberichtlinien für den Jugendliteraturpreis verlangen.

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Erinnern an die Bücherverbrennung vor 80 Jahren reicht nicht

Die Verfolgung Hunderter Autorinnen und Autoren sowie die öffentliche Vernichtung ihrer Werke seien Teil eines Zivilisationsbruchs gewesen, der bis heute in Kultur und Wissenschaft nachwirke, resümierte Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert auf einer Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Bücherverbrennung. Und er forderte, aus der Geschichte Lehren zu ziehen.

In 22 deutschen Hochschulstädten verbrannten die Nazis am Abend des 10. Mai 1933 die Bücher von über 300 Schriftstellern, darunter die Werke von Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Heinrich und Klaus Mann, Erich Maria Remarque, Heinrich Heine, Frank Wedekind, Carl Zuckmayer, Bertolt Brecht, Irmgard Keun, Egon Erwin Kisch, Joachim Ringelnatz und Lion Feuchtwanger. Alleine in Berlin flogen unter dem frenetischen Beifall von 70.000 Zuschauern mehr als 20.000 Bücher von 94 Autoren in die Flammen. Weitere Bücherverbrennungen folgten in den kommenden Wochen noch in mehr als 60 Städten.

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Mit Qindie zu mehr Qualtität von selbst verlegten Büchern?

Dass Qindie, das neue Qualitätssiegel für Independent-Literatur, bei vielen book on demand veröffentlichenden Autorinnen und Autoren auf Gegenwind stoßen würde, dürfte seine Initiatoren kaum überrascht haben. Immerhin verfügen Nikola Hotel, Katelyn Faith, Susanne Gerdom, Ruprecht Frieling, Inka Loreen Minden, Birgit Kluger, Melanie Hinz, Stefanie Maucher und die meisten anderen über reiche Erfahrung im Geschäft mit der Literatur.

Bücher seien immer Geschmackssache und entzögen sich damit jeglicher Bewertung, sagen die einen Gegner, andere lehnen Bewertungen ab, weil sie die Leser beeinflussen könnten. Wieder Andere wollen lediglich Autoren dieses Recht absprechen und Bewertungen alleine den Lesern überlassen – jedenfalls solange sie keine negativen Bewertungen bei Amazon hinterlassen. Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik würden völlig überbewertet, sagen die einen, entscheidend sei alleine die Geschichte, assistieren andere. Leseproben seien völlig ausreichend, ist zu lesen, und dass der Markt schon alles selbst regeln werde.

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Mit Stephan Waldscheidts Autorenratgeber »Schneller Bestseller« schreibt es sich leichter zum Erfolg

Schreibratgeber gibt es viele. Besonders Autorinnen und Autoren von Belletristik können unter einer Vielzahl an Titeln wählen. »Schneller Bestseller« als dritter Teil des Autorenratgebers »Bessere! Romane! Schreiben!« von Stephan Waldscheidt setzt im Gegensatz zu vielen anderen nicht bei Konzepten und theoretischen Erwägungen an, sondern beim »Was gut und richtig ist, weil es funktioniert«.

Trotzdem will und ist »Schneller Bestseller« keine Anleitung zum Schreiben und schon gar nicht eines Bestsellers. Auch wenn es ausreichend Erfahrungen gibt, was »funktioniert« und was nicht, heißt das noch lange nicht, dass am Ende des Schreibprozesses tatsächlich ein Bestseller steht, denn »jeder Roman stellt neue Anforderungen«, wie Waldscheidt zu Recht betont. Vor allem aber kommt es auf die gekonnte Umsetzung an.

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