Hugo Steiner-Prags eindringliche Illustrationen zu Gustav Meyrinks »Der Golem« im Jüdischen Museum Berlin

Oft sind es Kleinigkeiten, die einen in Ausstellungen begeistern und in Erinnerung bleiben. In der Ausstellung »Golem« im Jüdischen Museum Berlin sind es die Grafiken, die der Grafiker und Buchillustrator Hugo Steiner-Prag für Gustav Meyrinks Roman »Der Golem« geschaffen hat.

Acht dieser sehr ausdrucksstarken Grafiken sind in der Ausgabe enthalten, die der Vitalis-Verlag Prag 1994 in erster Auflage veröffentlicht hat. Leider sind sowohl sie als auch die Neuauflagen von 1998, 2003 und 2008 seit Langem vergriffen und nur noch antiquarisch zu erhalten.

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Zurück in die Anfänge des Computerzeitalters

Mein Computer behauptet, wir hätten das Jahr 2016. Mein Smartphone meint es ebenfalls und auch ein Blick auf den Wandkalender bestätigt es: Wir leben im Jahr 2016. Beim Books-on-Demand-Dienstleister BoD bzw. einem oder mehreren Online-Buchhändlern scheint man sich dagegen im Kalender geirrt zu haben. Irgendjemandem muss dort ein Kalender vom Ende des vergangenen Jahrtausends in die Hände geraten sein.

Wer als Selfpublisher oder als Kleinverleger bei BoD wie gewohnt den Klappentext für sein Buch eingibt, erlebt seit wenigen Tagen häufig eine Überraschung. Anstatt erfolgreich den Text hochladen zu können, erhalten er oder sie plötzlich eine Fehlermeldung: »Eingabe enthält nicht ISO-8859-1 konforme Schriftzeichen«.

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Vor 100 Jahren begannen George Grosz und John Heartfield ihre überaus erfolgreiche Zusammenarbeit

Kennengelernt hatten sich George Grosz und John Heartfield zwar bereits im Herbst 1914, ihre künstlerische Zusammenarbeit begann jedoch erst im Mai 1916, als sie in Berlin für die Zeitschrift Neue Jugend Zeitungsfotos zu einem neuen Bild zusammenfügten.

Diesem Jubiläum ist eine Ausstellung in der FMP 1 in Berlin gewidmet. Unter der Überschrift »montage 16« zeigt sie zahlreiche Grafiken, Plakate, Zeitschriften und Buchillustrationen sowie Bucheinbände, die von Grosz oder Heartfield gestaltet wurden. Eine Attraktion stellen besonders die Rekonstruktion des Ausstellungsraumes der 1920 veranstalteten 1. Dada-Messe in Berlin und die im Original gezeigten berühmten Grafikmappen von George Grosz dar.

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Wahl des Wissenschaftsbuchs des Jahres soll Vorurteile überwinden helfen

Es gibt nichts, was es nicht gibt, und so gibt es selbstverständlich auch die Wahl zum »Wissenschaftsbuch des Jahres«. Ganz demokratisch soll hier entschieden werden, welchem Buch diese Ehre zuteil wird, das – und hier stocke ich. Immerhin: Ganz so willkürlich, wie es im ersten Moment klingt, geht es nicht zu.

Eine Fachjury hat bereits eine Vorauswahl getroffen und jeweils fünf Bücher in vier Kategorien – Naturwissenschaft & Technik, Medizin & Biologie, Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften sowie Junior-Wissensbücher – ausgewählt. Die Vorgabe für sie ist einfach: Es sollen Bücher zur Auszeichnung vorgeschlagen werden, die »Leistungen der Forschung und den heutigen Stand der Errungenschaften […] kommunizieren« und zugleich den »Spagat zwischen Wissensvermittlung und Lesevergnügen« schaffen.

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Über »weibliche Bandleaderinnen« und gedankenloses Gendern

Was sind »weibliche Bandleaderinnen«? Ich kann mir eine Bandleaderin oder einen Bandleader vorstellen, notfalls auch einen weiblichen oder männlichen Bandleader, wenn auf das generische Maskulinum zurückgegriffen wird. Aber eine »weibliche Bandleaderin«?

In einer Rückschau auf das Jazzfest Berlin 2016 gelang dies jedoch dem RBB (Radio Berlin-Brandenburg), als Interviewerin und Interviewter ständig von »weiblichen Bandleaderinnen« sprachen. Der Anlass allerdings war erfreulich: Noch nie haben am Jazzfest Berlin so viele Bandleaderinnen wie in diesem Jahr teilgenommen. Bloß: Muss deshalb die Sprache auf der Strecke bleiben?

Zu Recht wird häufig die gedankenlose Verwendung des generischen Maskulinums kritisiert. Gedankenloses Gendern ist jedoch nicht besser.

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